Pressemitteilung vom 23. Juni 2026
Der 32. hella hamburg halbmarathon schreibt Geschichte: Noch nie zuvor wollten so viele Läufer:innen wie in diesem Jahr dabei sein. Das Hamburger Publikum darf sich auf Jonathan Dahlke und Lokalmatador Haftom Welday im Spitzenfeld freuen, auch wenn die internationale Konkurrenz groß ist.
Ausverkauft! Seit Ende April sind alle Startplätze für die 32. Auflage des hella hamburg halbmarathons vergeben. Trotz Erhöhung des Teilnahmelimits von 18.000 auf 24.000 Plätze war die Nachfrage enorm. Auch der Bärenlauf am Vortag mit 600 Starter:innen ist seit Monaten vollständig ausgebucht. Damit ist und bleibt die Veranstaltung Deutschlands zweitgrößter Halbmarathon – nur Berlin hat mehr Teilnehmende.
Der Trend hält an: Laufveranstaltungen in Großstädten – insbesondere Halbmarathons – erfreuen sich ungebrochener Beliebtheit. Der Halbmarathon durch die Elbmetropole zeigt, was Straßenläufe so attraktiv macht. Eine abwechslungsreiche Strecke mit vielen Sehenswürdigkeiten, ein kurzweiliges Unterhaltungsprogramm entlang der Strecke und ein begeistertes Hamburger Publikum.
Die Topathlet:innen, die am Sonntag an den Start gehen, werden wenig „Augen“ für die Kulisse der Hansestadt haben. Aber auch sie profitieren von der einzigartigen Stimmung entlang der Strecke und werden von den lautstarken Jubelrufen ins Ziel gepusht.
Wie sich das anfühlt, weiß der Wahl-Hamburger Haftom Welday nur zu gut. Bereits 2024 stand er beim hella hamburg halbmarathon an der Startlinie und erreichte mit 1:02:47 h eine persönliche Bestzeit. Kommt er mit den Temperaturen am Sonntag gut zurecht, könnte er den Hamburger Halbmarathon-Rekord zurück an die Elbe holen. Der aktuelle Rekordhalter ist immer noch Arne Gabius, der 2015 in New York 1:02:34 h lief. Eines ist gewiss: Die Zuschauer:innen freuen sich auf den sympathischen Athleten, der zu den stärksten Marathonläufern der vergangenen Jahre zählt und für den TH Hamburg-Eilbek startet. Und Haftom Welday hat noch große Ziele: Sein Traum ist die Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen 2028 in Los Angeles – dann als Marathonläufer.
Starke Konkurrenz kommt allerdings vom Landsmann Jonathan Dalhlke. Der für den TSV Bayer 04 Leverkusen startende Athlet geht mit einer persönlichen Bestzeit von 1:02:29 h ins Rennen und dürfte damit zu den aussichtsreichsten deutschen Athleten am Sonntag zählen. Erst vor zwei Wochen (14. Juni 2026) feierte er mit einem eindrucksvollen Start-Ziel-Sieg beim Levekusen-Halbmarathon die erfolgreiche Titelverteidigung. Seine Vielseitigkeit auf Bahn, Cross und Straße macht den mehrfachen Deutschen Meister und Crosslauf-Experten zu einem Anwärter auf die vorderen Plätze.
Für Vincent Towett war 2024 das Jahr seines sportlichen Durchbruchs auf internationalem Niveau. Beim Halbmarathon in Mailand lief er mit 1:00:41 h eine persönliche Bestzeit, bevor er drei Monate später den hella hamburg halbmarathon in 1:02:09 h gewann. Nun kehrt der 29-jährige Kenianer mit vielen positiven Erinnerungen an die Elbe zurück.
Doch Towett hat Konkurrenz. Mit Spannung darf auch auf seinen Landsmann Edmond Kipngetich geblickt werden, der bereits eine Bestzeit von unter 60 Min. vorweisen kann. Beim Kopenhagen-Halbmarathon, auf einer der schnellsten Strecken der Welt, lief er 2022 starke 59:25 Min. Nun wird sich zeigen, welche Rolle er im Rennen um die Spitzenplätze spielen kann.
Sogar mit einer noch etwas schnelleren Bestzeit geht Josphat Boit an den Start. Beim Lago Maggiore Halbmarathon lief der Kenianer 2018 beeindruckende 59:19 Min. Welche Form Boit aktuell mit nach Hamburg bringt und welche Rolle er im Rennen einnehmen kann, wird sich am Sonntag zeigen.
Nicht nur sportliche Qualität, sondern auch eine außergewöhnliche Lebensgeschichte bringt der aus Äthiopien stammende Läufer Omar Hassan mit an den Start. Mit einer Bestzeit von 1:03:17 h, gelaufen 2021 in Kopenhagen, gehört der Marathonläufer zwar nicht zu den Topfavoriten auf einen Sieg, dennoch lohnt sich ein Blick auf seinen beeindruckenden Weg. Nach einer gefährlichen Flucht aus Äthiopien lebt Hassan heute in Dänemark und startet für das Athlete Refugee Team, das 2016 von World Athletics gegründet wurde.
Zu den Debütanten über die Halbmarathondistanz zählt der Ire William Fitzgerald. Der Crosslauf-Spezialist gehört zur irischen Nationalmannschaft und ging 2024 bei den Crosslauf-Europameisterschaften an den Start. Gerade Debütanten können im Halbmarathon immer wieder für Überraschungen sorgen – wie bereits im vergangenen Jahr, als bei den Frauen Joan Chepleting bei ihrem ersten Start über diese Distanz den Sieg in Hamburg holte.
Spannend wird es im Frauenfeld. Die Kenianerin Joan Chepleting überzeugte bereits bei ihrem Halbmarathon-Debüt im vergangenen Jahr. Auf Anhieb gewann sie den hella hamburg halbmarathon in 1:10:12 h. Die junge Kenianerin zählt zu den großen Talenten ihres Landes und präsentiert sich derzeit in Topform. Im Mai steigerte sie ihre persönliche Bestzeit beim Halbmarathon in Mainz auf 1:10:02 h. Sollte sie mit den sommerlichen Bedingungen zurechtkommen, gehört sie zu den aussichtsreichen Kandidatinnen auf den Sieg.
Konkurrenz könnte sie von der Schwedin Meraf Bahta bekommen. Bahta zählt zu den erfolgreichsten Läuferinnen der schwedischen Leichtathletikgeschichte. Sie hält mehrere schwedische Rekorde, darunter über 5.000 m (14:49,95 Min.) und 10.000 m (31:08,05 Min.). Zu ihren größten Erfolgen zählen der Europameistertitel über 5.000 Meter sowie Rang sechs bei den Olympischen Spielen 2016 über 1.500 m. Auch sie dürfte derzeit in ausgezeichneter Form sein. Im Mai gewann sie den Halbmarathon von Göteborg souverän in 1:13:03 h. Bahta ist eine Anwärterin auf einen Podestplatz und könnte zudem die schnellste Europäerin im Rennen werden.
Für die Athletin von Hannover 96 läuft es aktuell hervorragend. Lisa Huwatschek, die bei der 2025er Auflage in Hamburg als beste Deutsche den neunten Gesamtrang belegte, feierte in diesem Jahr bereits mehrere Erfolge.
Anfang März wurde Huwatschek Deutsche Meisterin über 10 km in ihrer Altersklasse (35:24 Min.). Nur eine Woche später holte sie bei den Deutschen Halbmarathon-Meisterschaften in Frankfurt die Silbermedaille in ihrer Altersklasse (1:14:17 h). Wenige Wochen danach wurde sie Stadtmeisterin im Marathon in Hannover (2:36:29 h).
Ihre Halbmarathon-Bestzeit von 1:13:57 h stellte sie übrigens 2024 bei den Deutschen Meisterschaften in Hamburg auf.
Nun bleibt abzuwarten, wie sie sich am Sonntag schlägt und ob ihr erneut der Sprung in die Top 10 gelingt. Die warmen Temperaturen dürften dabei eine zusätzliche Herausforderung sein.
Mit Yvonne van Vlerken steht am Sonntag eine echte Triathlon-Legende an der Startlinie. Die Niederländerin, auch als „Vonsy, the Flying Dutch Girl“ bekannt, prägte über viele Jahre die internationale Triathlon-Szene. Die 47-Jährige blickt auf eine außergewöhnliche Karriere zurück und war mehr als 25 Jahre im Leistungssport auf höchstem Niveau aktiv.
Van Vlerken ist unter anderem Weltmeisterin im Duathlon, zweifache Europameisterin sowie niederländische Meisterin über die Triathlon-Langdistanz. Besonders beeindruckend ist eine Bestmarke, die bis heute einzigartig ist: Sie absolvierte 17 Triathlon-Langdistanzen in weniger als neun Stunden und hält damit einen bemerkenswerten Weltrekord.
Auch nach dem Ende ihrer Profikarriere im Jahr 2019 mischt sie regelmäßig die Laufszene auf. Ihre Erfahrung in Hitzerennen könnte ein Vorteil sein und eine Platzierung in den Top 10 ist ihr zuzutrauen. Ihre persönliche Bestzeit im Halbmarathon stellte sie 2025 mit 1:15:36 h auf.
Für den Renntag werden nach aktueller Wetterprognose Temperaturen von über 30 °C erwartet. Um die Teilnehmenden bestmöglich zu unterstützen, wurde das Versorgungs- und Sicherheitskonzept nochmals überprüft und an die zu erwartenden Bedingungen angepasst. Folgende Maßnahmen sind vorgesehen:
Bereits in der Vorwoche hat der Veranstalter alle Teilnehmenden über die zu erwartenden Wetterbedingungen informiert und empfohlen, sich entsprechend vorzubereiten. Darüber hinaus wurden Hinweise zu geeigneter Laufbekleidung, Flüssigkeits- und Energiezufuhr, dem Verhalten auf der Strecke sowie zur frühzeitigen Erkennung hitzebedingter Beschwerden, um jegliche Laufaktivität umgehend zu beenden, kommuniziert.
Dank der vergleichsweise großzügig bemessenen Zielzeit von 3:40 h sowie der ausdrücklichen Empfehlung, die Laufgeschwindigkeit den äußeren Bedingungen anzupassen, können die 21,1 Kilometer bei Bedarf auch in einem sehr moderaten Tempo bewältigt werden („zügiges Gehen“).
Sollten Sie die Fotos in höher Auflösung benötigen, dann bitte hier entlang.
Fotocredits
1 Björn Kramer
2 Dierk Kruse
3, 4, 5 & 7 Markus Tischler
6 Uwe Miserius
8 Marcus Barthel
(zur Veröffentlichung freigegeben)

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