Pressemitteilung vom 7. September 2025
Perfekte Bedingungen zum 36. BARMER Alsterlauf: Schönes Spätsommerwetter (wobei wirklich schlechtes Wetter gab‘s in der ganzen Geschichte der Veranstaltung ohnehin noch nie), wenig Wind, die bremsende Baustelle bei der Hohenfelder Bucht ist fast weg, 5.459 Meldungen lagen vor, die R5K Elite-Nachwuchsserie ging in eine weitere Runde und beim relativ neuen 5km-Lauf gab es einen Teilnehmerrekord.
Kleiner Wermutstropfen: Die beiden 5er- Wettbewerbe können nicht um die Binnenalster herum stattfinden (denn ganz ohne Baustellen geht’s doch nicht) und einige schnelle Hamburger:innen gingen (bzw. liefen) „fremd“. Nämlich bei den zeitgleich ausgetragenen Deutschen Meisterschaften im 10 km Straßenlauf in Siegburg. Und der Streckenrekordhalter hatte verletzungsbedingt abgesagt.
Aber keine Ausreden! Michael Barkowski, Urgestein der Veranstaltung, und Jann Göthe vom Namenspaten BARMER übernahmen die Ehrenaufgaben Startschuss und Zielband. Im sehr langen Starterfeld u.a.: Line Kastrup Schulz (dänische 1500-m-Meisterin 2013, Meisterschaftsdritte 1500 m August 2025), Winnie Ndiwa (KEN) als 10-km- Debütantin aber mit Hoffnung auf Treppchenplatzierung und Kifele Kefyalew (ETH), dessen Bestzeit mit 28:11 zufällig eine Sekunde langsamer als der Alsterlauf-Streckenrekord ist.
9.00 Uhr: Startschuss! Sage und schreibe neun Minuten und zehn Sekunden dauerte es, bis der letzte über die Startlinie war. Da war der Führende schon bei KM 3 vorbei. Der lief im 2:50er Schnitt Streckenrekordtempo, angefeuert von – so war es zu hören – mehr Zuschauenden und Musik am Streckenrand als 2024. Über Mitfavorit Moses Cheruiyot (KEN) wird kolportiert, dass am Vorabend ein Glas Rotwein im Spiel gewesen sein soll. Um es in einen Vergleich zu setzen: Wer kann (ob nun mit oder ohne Rotwein) die normale Außenalsterrunde (7.327 Meter) in 20 Minuten 45 Sekunden laufen? Ob’s nun half oder nur nicht gestört hat: Cheruiyot lag jedenfalls vorne, und zwar deutlich. Auf die Zielgerade, wie immer auf dem Ballindamm und zuschauerfreundlich mit guter Fernsicht, bog er alleine ein. Sogar noch mit einer minimalen Chance auf einen Streckenrekord von 28:10… nein, doch nicht, es war doch zu knapp. Bis er durchs Zielband lief, war sonst niemand auf der Zielgeraden zu sehen. 28:29 zeigte die Zieluhr nach seinem Solo-Sprint. Erst da wurden seine beiden Verfolger sichtbar: Kifele Kefyalew (ETH) und Joseph Githakwa (KEN) kämpften um den zweiten Platz. Githakwa hing direkt hinter Kefyale, kam nicht an ihm vorbei… und nur eine Sekunde trennte die beiden im Ziel: 29:08 bzw. 29:09.
Bei den Frauen hält Purity Gitonga aus Kenia seit 2023 mit 30:57 den Streckenrekord – es sah aber nicht so aus, als ob die mit ihr nicht verwandte Ruth Gitonga diesen heute brechen würde. Die Plätze 1–6 bei den Damen gingen mit jeweils mindestens 20 Sekunden Abstand weg – keine Ziellinienduelle! Gitonga gewann ungefährdet in 32:48 vor Winnie Ndiwa (33:11 / KEN) und Sara Reimondo (33:56 / ESP).
Seit 2023 gibt es die R5KNachwuchsserie – eine von den German Road Races, dem Deutschen Leichtathletikverband und mehreren Straßenlaufveranstaltern, darunter dem BARMER Alsterlauf, jährlich ausgetragene Veranstaltungsreihe für leistungsstarke Nachwuchsläufer:innen in den Altersklassen U20 und U23. Beim BARMER Alsterlauf hat das einen Renncharakter irgendwo zwischen Straßenlauf und Stadionbahn – umständehalber, denn wegen der o.g. Baustelle gibt’s statt Binnenalsterrunden eine 1km-Pendelstrecke auf dem Ballindamm. Mehr scharfe Wendekurven für die Läuferinnen und Läufer, aber für die Zuschauende gibt‘s mehr zu sehen.
Es gab auch hier Favoriten: Vanessa Mikitenko (ihre Mutter Irina, lief 2008 Deutschen Marathon- Rekord und ist wohl eine der erfolgreichsten deutschen Läuferinnen überhaupt, schaute zu) und Christoph Schrick (Königsteiner LV). Beide gingen es unterschiedlich an: Schrick setzte sich auf der ersten Runde ab, lief ein Solorennen, hatte auf Runde drei schon die Zielgeradenlänge als Vorsprung und gewann in 14:19 mit fast 1¾ Minuten. Mikitenko dagegen lief die ersten Runden gleichauf mit Carolina Schäfer (TG Schwalbach). Erst auf der letzten Runde begann der “Spaß” und Mikitenko setzte sich in Führung – nur drei Sekunden trennten sie im Ziel von ihrer Verfolgerin (16:08 bzw. 16:11).
Nachwuchs gab es aber nicht nur hier oder beim traditionellen zuvor ausgetragenen Schülerlauf, sondern auch beim 5km-Rennen, das den Abschluss des Lauftages bildete. Bemerkenswert ist Frieda Weidens (Berliner SV 1892) deutlicher Sieg in 19:01. Sie ist Jahrgang 2012! Und hinter der Zweitplatzierten Jennifer Liddell (20:00 – nein, sie ärgerte sich nicht über die knapp verpasste sub 20) wurde Clara Müller (TSV Otterdorf) in 20:22 Dritte. Auch sie gehört mit Jahrgang 2013 zum Nachwuchs.
Klare Ansage bei den Männern: M35er Michael Hinse war Favorit, gewann in guten 16:06 deutlich vor den zwei M20ern Hussein Seybou (18:02) und Luca Ventz (18:14).
10 km
Männer
Frauen
R5K
Männer (U20 & U23)
Frauen (U20 & U23)
5 km
Männer
Frauen
Zu den vollständigen Ergebnislisten bitte hier entlang.
Fotocredits
1, 4, 5 & 6 Norbert Wilhelmi
2 Johannes Schölermann
3 Daniel Tomann-Eickhoff
(zur Veröffentlichung freigegeben)

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