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Der eigenen Zeit weit voraus sein!

„Ich bin so langsam geworden!“ – typischer Seufzer eines Läufers der Masterklasse (Ü40 aufwärts). 10kap kann helfen: Das ist alles nur relativ! Es greift die lange bekannte Idee auf, die Laufleistung in Bezug zum Alter zu setzen, und gibt ihr einen extra Kick. Altersklassenwertungen innerhalb von Rennen und Meisterschaften gibt es schon lange. Beim 10kap im Wilhelmsburger Inselpark startet aber jeder Teilnehmer mit soviel Minuten Vorsprung, wie er Jahre alt ist. Ein 72-Jähriger startet also 18 Minuten vor einem 54-Jährigen. Und zudem hat der 72-Jährige 72 Minuten Zeit bis zum Zielschluss, der 54-Jährige eben 54 Minuten, um damit sein persönliches 10kap zu erreichen und sozusagen den Leistungstest zu bestehen. Daher gibt es – auch ganz ohne Corona – Einzelstarts und danach eine Gelegenheit zum Wettkampf in Form eines Aufhol-Jagdrennens.

Der erste Start im Inselpark erfolgte um 11.00 Uhr mit dem ältesten Teilnehmer. 74 Jahre alt und mit Startnummer 1. Zwei Runden durch den Inselpark à 5 km waren bei gelegentlich sogar aufgeheitertem Wetter zu absolvieren. Für Kenner der dortigen Winterlaufserie und des Inselparklaufs: Die Streckenführung ist bei dieser Veranstaltung anders und erschließt auch die sehenswerten Teile des Parks westlich der alten Wilhelmsburger Reichsstraße.

Kurz danach eine Überraschung: Ein alter Bekannter nicht nur der Hamburger Laufszene stand auf der Startrampe. Joachim Krüttgen (Hamburger Sportclub, 69 Jahre) hält in mehreren Altersklassen und über mehrere Distanzen einen ganzen Stapel Hamburger Seniorenrekorde sowie hat auf Europa- und Weltmeisterschaften der Senioren diverse Medaillen und Titel für Deutschland erlaufen. Anfang 2019 war er vom Leistungs- und Wettkampfsport zurückgetreten. Nun trat er im Inselpark an und gleich nach dem Start war auch klar, dass er trotz fast zweijähriger Wettkampfpause immer noch schnell genug sein würde, sein persönliches 10kap problemlos zu erreichen. Mit dem unter 4:30er Schnitt, den er vorlegte, holte er auch gleich auf der ersten Runde einige vor ihm Gestartete wieder ein.

Derweil gingen die immer jüngeren Läufer an den Start. Um fair zu bleiben: Für unter 40-Jährige wird das Bestehen des 10kap zunehmend schwierig und ein 26-Jähriger müsste die 10 Kilometer schon im Weltrekordtempo laufen. Internationale Spitzenläufer waren freilich nicht am Start – vielleicht ja 2021? Am nächsten kam dem wohl Christian Exner (Hamburg, 35 Jahre). Er schaffte die Strecke in 33:39 Min., also sogar mit noch mehr als einer Minute „Reserve“ und wurde damit der wohl jüngste erfolgreiche 10kap-Läufer bislang. Die andere Bestleistung schaffte dann tatsächlich besagter Joachim Krüttgen. In 43:21 hatte er eine „Reserve“ auf seine notwendige 10kap-Zeit von +25:40 (!) und war damit wortwörtlich seiner Zeit weit voraus. Die relativ schnellste Frau, Antje Seyd vom Borener SV (+12:37) hatte übrigens auch im Vorjahr Platz 1 belegt. Zudem war sie auch die älteste erfolgreiche Teilnehmerin (W71). Diese Ehre blieb in der Familie: Ältester Läufer mit bestandenem 10kap wurde Wolfgang Seyd (M74, ebenfalls Borener SV).

Ergebnisse

Rein informativ – denn im Vordergrund steht das Bestehen des persönlichen 10kap – hier die drei Männer und Frauen mit dem größten Vorsprung auf ihre persönliche Zielzeit:

Männer

  1. Joachim Krüttgen, M69, Hamburger Sportclub, 43:21, +25:40
  2. Peter Aurich, M68, norderstedt läuft, 49:08, +18:53
  3. Peter Meyer, M72, BSG Postbank, 54:55, +17:06

Frauen

  1. Antje Seyd, W71, Borener SV, 58:24, +12:37
  2. Ute Marthiens, W68, SV-POLIZEI Hamburg, 56:25, +11:36
  3. Antje Sobczak, MTV Soltau, 61:20, +4:41

…und die Jüngsten mit erfolgreichem 10kap:

Christian Exner, Hamburg, 33:39, +1:22
Nicole Mittag, W45, Hamburg, 43:41, +1:20

…und die Ältesten mit erfolgreichem 10kap:

Wolfgang Seyd, M74, Borener SV, 69:27, 4:34
Antje Seyd, W71, Borener SV, 58:24, 12:37

Die vollständigen Ergebnislisten können hier eingesehen werden.

Eine umfangreiche Fotogalerie findest du hier.

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