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Vier Rekorde auf der Reeperbahn morgens um zehn

Insgesamt 8581 Anmeldungen aus 71 Nationen zum 21. hella hamburg halbmarathon (inkl. 509 Nachmeldern) – Rekord. Streckenrekord bei den Männern (gleich zwei Läufer unterboten die Vorjahres-Bestmarke von 1:01:42). Streckenrekord bei den Frauen – auch hier wurde die Bestmarke von 1:12:46 gleich doppelt unterboten. Und: es gab mit 38,3% die bisher höchste Teilnehmerinnenquote der Veranstaltung. 6424 Läuferinnen und Läufer im Ziel – noch ein Rekord. Es war ein grandioser Tag – und dazu schien auch noch die Sonne (keine Selbstverständlichkeit!), nicht durchgehend, aber genau zu den richtigen Zeitpunkten: zum Start, als die Stimmung zum gemeinsamen Anstimmen des Evergreens “Auf der Reeperbahn nachts um halb eins” hochkam – zu dieser Uhrzeit sonst ja eher untypisch für diesen Ort, unterwegs für die Zuschauer, die die Landungsbrücken säumten, und später bei der Siegerehrung.

 

 

So voll war das Teilnehmerfeld, dass der Start der Skater um zehn Minuten vorverlegt werden musste, damit sich beide Felder nicht in die Quere kamen. Als nach sechs Minuten die letzten Läufer die Startlinie überquerten, da hatte die ca. ein Dutzend Läufer starke Spitzengruppe schon zwei Kilometer hinter sich und bewegte sich wieder in Richtung Landungsbrücken, um, angefeuert von Zuschauern und Samba-Band, die Steigung Helgoländer Allee und den zweiten Durchlauf der Reeperbahn in Angriff zu nehmen. Kurz dahinter der schnellste Hamburger Mourad Bekakcha (ohne Gruppe), die vier führenden Frauen mit Tempomacher Volker Goineau, 24h-Weltmeister Florian Reus (ohne Gruppe) und die schnellste Hamburgerin Andrea Diethers, mit drei Männern in einer Gruppe und vom Tempo schon nahe am Hamburger Halbmarathon-Rekord dran. Bei der zweiten Passage der Landungsbrücken, hinter dem Markenzeichen der Veranstaltung, der Feldtrennung (schnelle Läufer bitte dem Uhrenwagen und Führungsfahrrad folgen und rechts halten, die anderen zur zweiten Runde links!) bei 9,5 km, war die Spitzengruppe hinter dem Uhrenwagen schon deutlich auf fünf Läufer zusammengeschrumpft, angeführt von Daniel Yator. Vorjahressieger und Streckenrekordhalter Charles Wachira Maina mit der Startnummer 1 war da schon drauf und dran, den Anschluss zu verlieren. Kurz danach die Frauen-Spitze: dort konnte sich die Vorjahressiegerin Agnes Mutune nach vorne absetzen.

Spannung dann im Ziel, immer noch bei Sonne, als der Uhrenwagen mit einer 59er Zeit im Display die lange Zielgerade Rothenbaumchaussee hochfuhr: würde es die ganz große Sensation geben, eine Zeit unter einer Stunde? Nein, dazu war es dann doch zu knapp. Aber als der erste Läufer hinter dem Führungsfahrrad auftauchte – es war Merhawi Kesete aus Eritrea, der sich vor Daniel Yator gesetzt hatte -, da war klar, dass der Streckenrekord geradezu locker fallen würde. Um fast eine Minute unterbot er mit 1:00:52die alte Bestmarke. Und auch Yator als zweiter lag mit 1:01:12 noch darunter.

Der schnellste Deutsche auf Rang 11: Marcin Blazinski (LG farbtex Nordschwarzwald) in 1:04:48 vor Paul Schmidt (TSV Dresden/Fitness First/thoni mara) in 1:05:06 und Pascal Dethlefs (SG Athletico Büdelsdorf). Schnellster Hamburger, wie erwartet: Mourad Bekakcha (HSV). In Anbetracht seines Sololaufs zeigte er sich mit seiner 1:11:09 einigermaßen zufrieden, obwohl sie drei Minuten über seiner Bestzeit liegt. Für den Herbst plant er beim Berlin-Marathon noch einmal, seine Bestzeit zu knacken und eine 2:25 zu laufen.

Agnes Mutune hatte sich auf der zweiten Hälfte nicht mehr einholen lassen: mit 1:11:27unterbot sie um mehr als eine Minute ihren eigenen Streckenrekord. Sie hatte es sehr eilig – der Flieger in Fuhlsbüttel für sie und andere Spitzenläufer ging diesmal sehr früh, die Siegerehrung fand daher eine halbe Stunde früher als üblich statt und als Moderator Karsten Schölermann sie bei der Gelegenheit in seinem “gefürchteten Kurzinterview” fragte “do you love Hamburg”, lachte sie “I love the Airport!”

Damen-Top- Platzierungen
1. Agnes Katunge Mutune (KEN), 1:11:27
2. Halima Beriso (ETH), 1:12:28
3. Janet Rono (KEN), 1:13:20
4. Indiya Sani (ETH), 1:13:49
5. Susan Tanui (KEN), 1:13:54
6. Chelangat Sang (KEN), 1:16:51
7. Andrea Diethers, LT Haspa Marathon Hamburg, 1:17:31 (schnellste Deutsche und Hamburgerin)

Kein Rekord, aber nahe dran: Andrea Diethers vom Laufteam Haspa Marathon Hamburg kam in 1:17:31 als schnellste Deutsche und Hamburgerin ins Ziel, deutlich vor Katharina Josenhans, die nach längerer Ausfallzeit mit 1:24:55 allerdings mehr als zufrieden war. Diethers war nur eine Minute langsamer als der Hamburger Rekord. Da geht noch was: sie wäre vielleicht schneller gewesen, wenn sie nicht erst am Freitag noch ein Rennen um die Außenalster gewonnen und in der Vorwoche eine harte Trail-Trainingswoche mit reichlich Höhenmetern absolviert hätte. – Und in der M60 gab´s mit 1:22:55 einen Veranstaltungsrekord vom mehrfachen Hamburger Senioren-Rekordhalter Joachim Krüttgen (Hamburger Sportclub). Der lief die derzeitige Strecke zum ersten Mal, war über den Anstieg Helgoländer Allee überrascht, aber dafür umso positiver vom Publikum. Wenn er hier nächstes Jahr nochmal dieselbe Zeit läuft, würde er damit als dann M65er einen weiteren Hamburger Seniorenrekord knacken, und zwar locker. Erst einmal will er aber jetzt mit der langfristigen Vorbereitung auf die Senioren-WM 2016 in Perth (Australien) beginnen.

Noch mehr Eindrücke von der Veranstaltung gibt es am Montag, 22.6. um 20:15 bei “Rasant” auf Hamburg 1.

Herren-Top-Platzierungen
1. Merhawi Kesete (ERI), 1:00:52
2. Daniel Kipkosgei Yator (KEN), 1:01:12
3. Charles Cheruiyot (KEN), 1:01:57
4. Abraham Yano (KEN), 1:02:19
5. Abraham Kiplimo (UGA), 1:02:27
6. David Kogei (KEN), 1:03:37

11. Marcin Blazinski, LG farbtex Nordschwarzwald, 1:04:48 (schnellster Deutscher)

18. Mourad Bekakcha, HSV, 1:11:09 (schnellster Hamburger)

Die Ergebnislisten (bis Ablauf der Einspruchsfrist vorläufig!) sind ab sofort online.

(Autor: Heiko Dobrick, www.laufen-in-hamburg.de)

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